Wohn- und Bürogebäude Prager Carrée in Dresden

Dipl.-Ing. Maik Tanneberger

Am 5. Juni 2014 erhielt die Porr Deutschland GmbH, Zweigniederlassung Berlin, von der Revitalis AG den Auftrag, als Generalunternehmer inkl. Planung des Tragwerks und der Haustechnik, das Wohn- und Bürogebäude Prager Carrée zu errichten.

Das Baufeld

Die Revitalis AG hat mit ihrer Projektgesellschaft Revitalis Dritte Grundstücksgesellschaft mbH & Co.KG im Juni 2013 das Baufeld MK5 in der Dresdener Altstadt von der Stadt erworben. Die bereits vorhandene Baugrube entstand 1999 im Rahmen der Erschließungsmaßnahmen im Bereich des Dresdener Hauptbahnhofs und den die südliche Prager Straße erschließenden Tunnelbauten. Das Grundstück wird allseitig von Tunnelanlagen, deren Außenwände –  ausgenommen die Westseite – auch die jeweiligen Baugrubenwände darstellen, umschlossen. Parallel zur südlichen Grundstücksgrenze verläuft die Ost-West-Tunnelanlage, deren nördliche Doppelfahrbahn sich auf dem Projektgrundstück befindet.

Baugrube (Bild: PORR AG)

Mit der Bebauung des MK5 wird das letzte noch freie Baufeld im Bereich der südlichen Prager Straße besetzt und somit die letzte Lücke der stark frequentierten Achse zwischen Hauptbahnhof bzw. dem Zentralem Omnibusbahnhof (ZOB) und dem Dresdner Altmarkt geschlossen. Die Prager Straße ist mit täglich rund 8.500 Passanten die meistfrequentierte Einkaufsstraße in Ostdeutschland.

Projektbeschreibung

Das Erdgeschoss, Teile des 1.Obergeschosses und des 1. Untergeschosses an der Prager Straße und am Wiener Platz werden als Verkaufsflächen dienen. In den anderen Bereichen und den Obergeschossen entstehen insgesamt 241 Mietwohnungen.

Die zweigeschossige Tiefgarage verfügt über insgesamt 327 PKW-Stellplätze. Des Weiteren sind in den zwei Untergeschossen mit jeweils ca. 7.300 m² BGF, neben der Tiefgarage und der gewerblichen Nutzung auch die Haustechnikräume und Mieterkeller geplant.

Bodenplatte (Bild: PORR AG)
Decke 2. Untergeschoss (Bild: PORR AG)

Im Erdgeschoss mit insgesamt 4.900 m² BFG befinden sich an der Prager Straße und dem Wiener Platz elf Hauseingänge mit jeweils einem Treppenhaus und einem Aufzug. An der Breslauer Straße sowie der Planstraße D sind im Hochparterre Wohnungen mit zum Innenbereich orientierten Mietergärten vorgesehen. Vom 1. bis zum 5. Obergeschoss befinden sich auf ca. 17.000 m² BGF, pro Geschoss jeweils durchschnittlich 42 Wohneinheiten. Das 6. Obergeschoss ist mit ca. 2.600 m² BGF als Staffelgeschoss ausgebildet. Für die insgesamt 21 Wohneinheiten auf diesem Geschoss entstehen zum Innenbereich und nach Süden zum Wiener Platz großzügige Dachterrassen. Alle anderen Wohnungen des Gebäudes verfügen zumindest über Balkon oder Terrasse mit Gartenanteil.

Grundsteinlegung

Unter dem Motto „Bye bye Wiener Loch“ (der Name leitet sich vom nahegelegenen Wiener Platz ab) wurde am Montag, dem 08.09.2014, offiziell der Grundstein für das Wohnprojekt gelegt.

Der Bauherr, die Revitalis AG, lud mehr als 100 Gäste zur Grundsteinlegung ein. Unter den geladenen Gästen befanden sich u.a. der Baubürgermeister Jörn Marx, der Kabarettist Uwe Steimke sowie Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrates.

Grundsteinlegung; v.l.n.r.: Kabarettist Uwe Steimke; Bürgermeister Jörn Marx; Architekt Jan-Oliver Meding und Thomas Cromm von der Revitalis AG (Bild: PORR AG)
Rohbau (Bild: PORR AG)
Visualisierung Luftbild (Bild: MPP Meding Plan + Projekt GmbH; Gärtner+Christ)

Bauausführung

Die Porr Deutschland GmbH ist mit der Ausführungsplanung, der Statik, der Haustechnik und der schlüsselfertigen Errichtung beauftragt. Die bereits seit 19 Jahren bestehende Baugrube war Nährboden einer vielfältigen Vegetation, welche im Vorfeld beseitigt werden musste. Umschlossen ist die Baugrube von Außenwänden der Nord- und Südtunnelumfahrung. Diese wurden auf Pfählen gegründet und ragten teilweise in unser Baufeld.

Mit der Flächengründung wurde ein gleichmäßiger Lastabtrag der Kräfte in den gewachsenen Boden möglich. Zusätzlich mussten zwei bestehende, unterirdische Dükerleitungen für den Hochwasserschutz so geschützt werden, dass deren Funktion trotz der darüber liegenden Bodenplatte nicht eingeschränkt wird. Hierfür wurde eine kraftübertragende Kappe betoniert, die die Kräfte jeweils seitlich an den Leitungen vorbei in den Baugrund leitet.

Das 2. UG wurde komplett in monolithischer Bauweise errichtet. Der hohe Grundwasserstand machte es notwendig beide Untergeschosse als wasserundurchlässige Konstruktionen herzustellen. Im 1.UG wurden die Außenwände mittels Filigrandoppelwänden hergestellt.

Durch die Gewerbeflächen im EG und im 1.OG sind in diesen Bereichen sämtliche Wände als Stahlbetonüberzüge hergestellt, welche die Lasten sicher in den Baugrund ableiten.

Erst im Wohnungsbaubereich konnten die Außen- und Trennwände aus KS (Kalk-Sandstein)-Mauerwerk  errichtet werden. Dabei wurde das Quadrosystem mit einer 2.0 Steinfestigkeit verwendet. In den Wohnungen wurden die Decken mit Filigranplatten und Aufbeton hergestellt.

Momentan sind die Schal- und Bewehrungsarbeiten, Betonage- und Maurerarbeiten voll im Gange. Einer planmäßigen Fertigstellung des Gebäudes im Juni 2016 steht somit nichts im Wege.

Visualisierung Blick vom Balkon (Bild: MPP Meding Plan + Projekt GmbH; Gärtner+Christ)
Visualisierung Blick Prager Straße (Bild: MPP Meding Plan + Projekt GmbH; Gärtner+Christ)
Visualisierung Blick Prager Carree (Bild: MPP Meding Plan + Projekt GmbH; Gärtner+Christ)

Projektdaten

Auftraggeber Revitalis Dritte Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG
Auftragnehmer Porr Deutschland GmbH, Zweigniederlassung Berlin
Baubeginn Juli 2014
Bauende Juni 2016
Bruttogeschossfläche 44.005 m²
Etagen 2.UG, 1.UG, EG, 1. – 6. OG
Treppenhäuser 12
Aufzüge 12
Wohneinheiten 241
PKW-Stellplätze 327

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