Ersatzneubau der Talbrücke Rothof

Ein Massivbauwerk in Spannbetonbauweise

Ralph Pellegrini

Die neue Talbrücke im Norden von Bayern. (Bild: PORR AG)

In der Nähe der unterfränkischen Ortschaften Rottendorf und Rothof im Norden von Bayern errichtet die PORR den Ersatzneubau der Talbrücke Rothof. Das vorhandene Bauwerk entspricht nicht mehr den Anforderungen der heutigen Verkehrsbelastung und wird im Zuge des sechs-streifigen Ausbaus der Bundesautobahn BAB A7 durch einen Neubau ersetzt. Das Auftragsvolumen liegt bei EUR 31 Mio. netto.

Die Talbrücke Rothof wurde im Jahr 1965 als einteiliger Stahlverbundquerschnitt errichtet und überspannt die Bahnlinie Würzburg-Bamberg. Das Bestandbauwerk weist erhebliche Schäden an den tragenden Bauteilen auf und nach brückenbautechnischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass ein Erhalt des bestehenden Bauwerks nicht mehr möglich ist. Im Januar 2017 erhielt die PORR Deutschland GmbH . ZNL Berlin nach einer öffentlichen Ausschreibung, von der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Autobahndirektion Nordbayern den Auftrag für den Ersatzneubau der Talbrücke Rothof. Durch den geplanten Ersatzneubau mit Neubau der Bauwerksentwässerung und eines Absatzbeckens als Regenrückhaltebecken, unterhalb des Brückenbauwerks, wird außerdem eine erhebliche Verbesserung des Gewässerschutzes erzielt. Baubeginn war im April 2017, die Fertigstellung ist für Mai 2021 geplant.

Das Projekt

Die neue Brücke soll bereits auf einen möglichen sechsspurigen Ausbau der A7 ausgelegt werden. Die vorhandene Anzahl der Fahrstreifen und damit die Verkehrsfunktion bzw. die verkehrliche Leistungsfähigkeit werden jedoch nicht verändert. Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs während der Bauzeit ist die Errichtung der Richtungsfahrbahn Fulda, mit einer Fahrbahnbreite von 14,50 m zwischen den Kappen, in Ersatzlage neben dem Bestandsbauwerk erforderlich. Der Überbau der Fahrtrichtung Fulda wird im Endzustand hergestellt und lagert auf temporär hergestellten Hilfspfeilern. Nach Fertigstellung der Fahrtrichtung Würzburg und erfolgter Umlegung des gesamten Autobahnverkehrs auf den Überbau der Fahrtrichtung Würzburg, wird der in Ersatzlage hergestellte Überbau quer eingeschoben. Die temporär hergestellten Hilfspfeiler werden nach dem Querverschub des Überbaus zurückgebaut. Der Abbruch des Bestandsbauwerks erfolgt durch den schrittweisen Rückbau der quer und längs vorgespannten Fahrbahnplatte. Das Stahltragwerk wird dabei zur Abtragung von Lastumlagerungen durch Hilfsstützen unterstützt.

Bautechnische Details

Die neue Talbrücke Rothof wird als Massivbauwerk in Spannbetonbauweise erstellt. Beide Richtungsfahrbahnen erhalten jeweils einen Überbau mit Hohlkastenquerschnitt. Die Herstellung der Überbauten erfolgt im Taktschiebeverfahren über 15 Takte, mit einer Einzellänge der Takte von ca. 30 m und einer Höhe von 3,70 m. Im Zuge der Herstellung kommt ein Vorbauschnabel mit einer Länge von ca. 36 m zum Einsatz. Die Überbauten haben eine Gesamtlänge von je 410 m und verteilen sich auf zwei Widerlager- und sieben Pfeilerachsen. Die größten Spannweiten betragen 60 m. Die Überbauten lagern über Kalottenlager auf massiven Vollpfeilern, die in ihrem Grundriss eine knochenartige Form bilden. Die Vollpfeiler laufen an allen vier Seiten schräg nach oben an und schließen mit Pfeilerköpfen in Y-Form ab. Der Überbau der Fahrtrichtung Fulda wird über die zuvor hergestellten temporären Gründungspfeiler im Taktschiebeverfahren eingeschoben. Nach dessen Fertigstellung inkl. Geländer und Belag erfolgt die komplette Verkehrsführung der BAB A7 über diesen temporär lagernden Überbau.

Blick in die Taktanlage (Bild: PORR AG)
Bewehrung in der Vorfertigung (Bild: PORR AG)

Nach Abbruch des Bestandsbauwerks werden die endgültigen Unterbauten für beide Richtungsfahrbahnen erstellt. Schließlich wird der zweite Überbau Fahrtrichtung Würzburg ebenfalls im Taktschiebeverfahren hergestellt und in Endlage gebracht.

Nach vollständigem Ausbau der Fahrtrichtung Würzburg wird die Verkehrslage der BAB A7 erneut umgelegt. Der in Ersatzlage befindliche Überbau der Fahrtrichtung Fulda kann somit quer in seine Endlage eingeschoben werden. Die Lagerung im Querverschub erfolgt in allen Lagerachsen auf speziellen Gleitlagern. Die erforderlichen Verschubkräfte werden über die Pfeilerachsen eingeleitet.

Projektdaten

Auftraggeber Autobahndirektion Nordbayern
Auftragnehmer PORR Deutschland GmbH . Infrastruktur . Ingenieurbau, ZNL Berlin
Projektart Infrastruktur . Brückenbau . Ingenieurbau
Leistungsumfang Ersatzneubau der Talbrücke Rothof
Baubeginn April 2017
Bauende Mai 2021
Land Deutschland

Technische Details

Projektlänge 410 m
Höhe Überbau 3,70 m
Höhe über Gelände 32 m
Spannstahl intern ca. 450 t
Spannstahl extern ca. 165 t
Betonstahl ca. 4.175 t
Beton Bohrpfähle ca. 7.200 m³
Beton Unterbauten ca. 10.400 m³
Beton Überbauten ca. 13.305 m³
Pfeilerhöhen 12,50m bis 22,50m

Diese Website benötigt Javascript um die Inhalte korrekt anzuzeigen. Bitte aktivieren Sie es in Ihrem Browser!

This website requires Javascript to run correctly. Please activate it in your browser!